Online-Marketing-Rockstars & die Steuer

Seit 2014 blogge ich über das Thema Krebs. Meist nutze ich meine eigenen Bilder für Blogbeiträge. Es wirkt für mich authentischer, ist günstiger und wenn ich über Themen schreibe bei denen ich auch Produkte erwähne, dann ist dies ohne einen Werbehintergrund. Die Krebsbranche boomt und jeder will ein Stück vom Kuchen abhaben. So auch neumoderne Ernährungsberater, Heilpraktiker die Krebs heilen können, Workshops für Krebspatienten wo es alles mögliche zu verkaufen angeboten wird und auch Firmen ändern ihre Kommunikation, um an den Patienten zu gelangen. Der ein oder andere schickt gern mal ein paar Goodies an mich in der Hoffnung, dass ich darüber blogge, um so das Produkt an andere Krebspatienten zu vermarkten.

Kostenlose Geschenke sind schön und gut, doch sind die auch wirklich kostenlos?

Ralph, ein Freund von mir, arbeitet als Steuerberater. Er berät und vertritt Blogger, Influencer, die online Stars von morgen. Für mich eine spannende Geschichte, da die Bloggersphären so unergründlich und tief mittlerweile sind, dass keiner so wirklich über den Umgang mit Geschenken, Goodies usw Bescheid weiß. Deshalb habe ich Ralph gefragt einen Beitrag darüber zu verfassen.

Ralph Homuth, LL.M. Steuerberater, Hamburg

Blogger, Influencer, Let´s Player und YouTuber sind die neuen Superstars. Viele träumen von einem Sprungbrett in die finanzielle Freiheit, schließlich gibt es ja nichts Schöneres, als das Hobby zum Beruf zu machen. Aber Achtung! Nicht nur rechtlich, auch steuerlich ist dies Gebiet Neuland, in dem es so einiges zu beachten gibt. 

Viele von ihnen sind längst Unternehmer, ohne es zu merken. Weit verbreitet ist der Irrglaube „17.500 Euro sind ja steuerfrei“. Das ist nicht nur falsch, sondern auch ein gutes Beispiel dafür, dass jede Steuer ihre eigenen „Spielregeln“ hat. 

Für die Einkommensteuer ist die Gewinnerzielungsabsicht maßgeblich. Liegt diese vor, können aber auch sogar Verluste geltend gemacht werden, die häufig in der Gründungsphase entstehen. Ein Hobby, das mit gelegentlichen Einnahmen verbunden ist, lässt sich hier demnach also nicht steuermindernd geltend machen. Wer aber ein Business als Blogger richtig plant, hat ggf. mit Anlaufverlusten deutlich mehr Aussicht auf Erfolg. 

Die Umsatzsteuerpflicht kann sich im Gegensatz hierzu schon deutlich schneller ergeben, da hier lediglich eine Einnahmen-Erzielungsabsicht ausreicht. Zwischen Einnahmen- und Gewinn-Erzielungsabsicht ist schließlich ein deutlicher Unterschied.

Übrigens handelt es sich bei den meisten Warensendungen der Kooperationspartner nicht um Geschenke. Ein Geschenk ist nämlich eine freigiebige Zuwendung, ohne Erwartung einer Gegenleistung. In vielen Fällen handelt es sich hier aber um einen tauschähnlichen Vorgang (sog. Barter-Deals), bei dem der Blogbeitrag die Gegenleistung für die Ware ist. Der Wert der Einnahme ist hier als Einnahme bei der Einkommensteuer und Umsatzsteuer zu beachten, wobei gerade in der Gründungsphase die Kleinunternehmerregelung in der Umsatzsteuer häufig noch ein Rettungsanker sein kann. 

Fallstricke gibt es noch einige, wie zum Beispiel die Gewerbesteuer und die Abgabepflicht zur Künstlersozialabgabe. Das Thema Steuern und Sozialversicherung sollte daher nicht auf die lange Bank geschoben werden; das dicke Ende kommt sonst bestimmt. 

Für eine Beratung oder Fragen kontaktiert gern Ralph auf seinen Kanälen oder schreibt ihm eine Email.


Im nwb Experten Blog informiert Ralph darüber hinaus über verschiedene Themen. Ein Beitrag hat mich besonders interessiert:

Das Finanzamt ermittelt in sozialen Netzwerken

Das Bloggen, ein Thema das immer mehr Beachtung bekommt. Ich freue mich auf eine weitere aufregende Zeit und bin jetzt schon gespannt wo das alles noch hinführen wird 🙂

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