Stand up paddeln – meine Ausbildung als SUP Trainer

Stand up paddeln – mittlerweile ein beliebter Trend Sport und für mich seit nun mehr 2 Jahren mein neues Hobby. Bei meiner Diagnose „metastasierter Brustkrebs“ im Juli 2018 hätte ich damals nicht dran geglaubt, dass ich irgendwann eine Ausbildung zum SUP Trainer machen werde.

Am Anfang leihte ich mir einfach mal zwei SUP Boards aus, testete sie auf dem Meer, kaufte eins davon (STX Freeride 11,6) und paddelte auf dem Wasser drauf los. Wir fahren viel ans Meer und ich wollte einfach nicht immer nur am Strand sitzen „mich ausruhen“ sondern mich auch sportlich betätigen und etwas für meine Gesundheit, meine Fitness und etwas gegen den Krebs tun. Denn Sport hilft bekanntlich gegen Krebs. Nach einem Jahr Stand Up Paddeln wollte ich mehr, ich wollte mehr über die Herkunft lernen, mehr über die Technik und einfach eine neue Herausforderung in meinem Leben haben. Das erste Jahr nach meiner erneuten Krebsdiagnose war überstanden, ich war im neuen Job angekommen und ich konnte mich allmählich auf neue Dinge einlassen. Auch mental gesehen.

Ich suchte mir also einen Kurs für September 2019 heraus der über ein ganzes Wochenende ging. Erst Theorie, dann Praxis. Auf der Alster führte ich dann meinen ersten Kurs an, ging auf die verschiedenen Techniken ein, zeigt wie ich auf ein SUP aufsteige, wie ich hereunterfalle, wie ich jemanden aus dem Wasser rette der vom SUP gefallen ist. Zusätzlich lernte ich neue Teilnehmer aus ganz Deutschland kennen die auch die Ausbildung erfolgreich absolvierten.

Im Anschluss an den Kurs folgte ein Rettungsschwimmerkurs Bronze bei der DLRG, bei dem ich meine Kondition verbesserte. Der Kurs war gefüllt mit 13 und 14 jährigen. Zuerst dachte ich ich sei im falschen Kurs. Selbst der Kursleiter fragte mich, ob es denn ok sei für mich und ob ich wirklich diesen Kurs hätte wählen wollen. Für mich war das völlig fein, denn ich brauchte einfach nur das Abzeichen. Jeden Montag und Dienstag tuckerte ich nach der Arbeit zum Kurs und fand schließlich neue Freunde. Ich genoss es den Kurs mit den Kids zu zu haben, verschiedene Befreiungsgriffe zu lernen und einfach in die Welt der Kinder mit eingeschlossen zu werden. Sie erzählten mir von ihren Problemen in der Schule, welche Tests anstehen und wie es weitergehen würde mit ihrer schulischen Laufbahn. Es riss mich aus meinem Alltag und wir freuten uns immer aufs neue uns wiederzusehen, miteinander zu lachen, füreinander da zu sein, wenn es mal schwierig wurde.

Drei Monate lang übte ich ich im Wasser Streckentauchen, im Wasser sich von der Kleidung zu befreien, zu tauchen, Bahn für Bahn zu kraulen, eine Person abzuschleppen, zu ziehen oder aus dem Wasser zu retten, stabile Seitenlage richtig umzusetzen. Danach folgte die Theorie. Aufgrund von Corona mussten wir diese für ein paar Wochen aussetzen. Als der Kurs wieder startete wurde die Klasse in 9 gleichgroße Teile unterteilt. Ich freute mich meine Mädelsgang wiederzusehen, doch leider konnte wir uns nicht umarmen oder irgendwie miteinander reden. Das war schade, denn ich konnte mich nicht mal mehr so richtig von ihnen verabschieden. Den Rettungsschwimmerkurs Bronze beente ich erfolgreich mit einem Theorietest, und zwar bestanden.

Im Frühjahr nahm ich auch noch an einem Kurs für Sicherheit und Ökologie teil, der auch Bestandteil meines SUP Trainer (SUP Instructor) Scheins war. Die Umgebung richtig erkunden und deuten können. Wie verhalte ich mich in welchem Gewässer, was gibt es für Gefahren und was wächst da überhaupt wie in welchem Gewässer? All das lernte ich an einem Wochenende gemeinsam. Einige Gesichter im Kurs kannte ich noch.

Mittlerweile habe ich alle Schein erfolgreich absolviert und bin SUP Trainer. Durch den Kurs bin ich zusätzlich in den Alster Canoe Club (ACC) eingetreten, der sich in einer tollen Jugendstil Villa direkt an der Alster befindet. Der Verein ist sehr sportlich unterwegs und ich lerne hier immer wieder neues kennen.

Damals vor zwei Jahren dachte ich niemals daran, dass ich mich so weiterentwickeln würde mit der Diagnose metastasierter Brustkrebs. Heute weiß ich, dass es geht. Alles braucht Zeit und Geduld. Auch wenn der Kopf manchmal mehr will als der Körper geben kann, so versuche ich eins nach dem anderen zu tun und komme schlussendlich doch ans Ziel.

Das Stand Up Paddeln ist eine neue Herausforderung für mich geworden und ich paddle nun nicht mehr auf seichtem Gewässer. Ich habe mein Freeride SUP (ein Allrounder SUP mit dem du auf allen Gewässern gut und kippstabil fahren kannst) gegen ein Wave SUP eingetauscht. Mit diesem fahre ich durch die Wellen. Quasi eine Vorstufe zum Surfen. In der Zeit kann ich alles um mich herum vergessen, genieße die Natur und den Sport und fühle keine Schmerzen mehr die durch den Krebs hin und wieder verurscht werden. Meine Kondition wird besser und ich bin in dieser Zeit einfach ein ganz normaler Mensch der auf dem Wasser Spaß hat.

Genau wie im beim Stand Up Paddeln erlerne ich auch im Leben immer wieder Techniken um mit Situationen gekonnt umzugehen, entwickle mich weiter in meiner Persönlichkeit und werde stärker durch neue Herausforderungen. Das ist das Leben.

Wenn du Tipps zum Stand Up Paddeln erhalten möchtest folge mir gern auf meinem Instagram Account. Dort informiere ich über SUP Kleidung, Sicherheit auf dem SUP und vieles mehr was das stand up paddling betrifft.

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